Freitag, 10. Juli 2026

Wenn Löwen tanzen und Schildkröten musizieren

Musik hören, Tiere entdecken, Geschichten erleben und daraus eigene Tänze entwickeln: Über sechs Monate hinweg verwandelte das Projekt „Karneval der Tiere“ Kinder im Vorschulalter in kreative Künstlerinnen und Künstler.

Aus Musik wird Bewegung

Mit großen Augen, viel Fantasie und einer gehörigen Portion Bewegungsfreude verwandelten sich Kinder zwischen vier und sechs Jahren in den vergangenen Monaten in Löwen, Schwäne, Elefanten oder flinke Kängurus.

Von Januar bis Juni 2026 führte das Tanz-Projekt „Karneval der Tiere“ die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf eine ebenso spielerische wie kreative Entdeckungsreise durch Camille Saint-Saëns’ berühmtes gleichnamiges Werk.

Im Rahmen der bundesweiten Initiative „Kultur macht stark“ entstand so ein außergewöhnliches Zusammenspiel aus musikalischer Früherziehung, Tanz und Fantasie – mit einem begeisternden Abschluss in der Musikschule Saarbrücken.

Entstanden ist das Projekt in Kooperation von MuTanTh – MusikTanzTheater Laboratorium, der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Tanz Saar sowie der Musikschule der Landeshauptstadt Saarbrücken, die das Projekt als als sogenannte Raumgeberin unterstützte.

„Die Idee des Projektes ist, dass Kinder zwischen vier und sechs Jahren über das Stück Karneval der Tiere in ihrer Bewegungsvielfalt gefördert werden und die verschiedenen Qualitäten der Tiere tänzerisch umsetzen können“, beschreibt Tanzpädagogin Eva Lajko den Ansatz.

„Die Kinder schulen zunächst ihr Musikverständnis und übertragen dieses anschließend in Bewegung und Tanz.“ Martha Kaiser, Geschäftsführerin der LAG Tanz

Mit allen Sinnen lernen

Unter der Leitung der beiden Dozentinnen Eva Lajko und LiFan Hong wurden die Tiere in zwei Gruppen erarbeitet. Dabei verbanden sich musikalische Früherziehung und Elementare Musikpädagogik auf ganz natürliche Weise mit tänzerischem Ausdruck. 

Im Mittelpunkt stand dabei nie das bloße Nachahmen. Vielmehr entwickelten die Kinder aus Vorstellungsbildern, Geschichten, Klängen und eigenen Ideen ihre ganz persönlichen Interpretationen der tierischen Charaktere.

Übungen zur Körper- und Raumwahrnehmung, Rhythmusgefühl, Koordination und Gruppenarbeit schufen die Grundlage dafür, dass aus einzelnen Bewegungen nach und nach kleine Choreografien entstanden. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer lernten, Musik nicht nur zu hören, sondern sie mit dem ganzen Körper zu erleben.

Besonders wichtig war der spielerische Zugang: Stofftiere, Bilder, Tierfilme, Instrumente, Lieder und kleine Geschichten öffneten den Kindern die Tür zu einer Welt, in der Fantasie und Kreativität den Takt vorgaben.

Die Stunden waren bewusst prozess- und erlebnisorientiert gestaltet und ließen viel Raum für eigene Ideen und spontanes Ausprobieren.

Instrumente hautnah erleben

Zur Vorbereitung hatten die Kinder zunächst die Musikschule Saarbrücken besucht. Dort konnten sie verschiedene Instrumente aus nächster Nähe kennenlernen und selbst ausprobieren, darunter Violine, Viola, Blockflöte, Klavier und Gitarre.

Ein Abschluss, der Lust macht auf mehr

Den stimmungsvollen Abschluss bildete schließlich die Aufführung in der Musikschule Saarbrücken Mitte Juni.

Mit sichtbarer Freude präsentierten die Kinder, was in den vergangenen Monaten gewachsen war: eine fantasievolle Verbindung aus Musik, Bewegung und gemeinschaftlichem Erleben.

Dabei wurde erneut deutlich, dass kulturelle Bildung weit mehr ist als das Erlernen künstlerischer Techniken: Sie stärkt Selbstvertrauen, Ausdruckskraft und die Freude am gemeinsamen Gestalten.

Der „Karneval der Tiere“ soll weitertanzen: Eine neue Projektphase wurde bereits beantragt.