Wettbewerb „Jugend musiziert“

Der Wettbewerb „Jugend musiziert“ bietet jungen Solisten und Ensembles eine Plattform, ihre musikalischen Leistungen zu präsentieren und von einer Fachjury bewerten zu lassen.

Jugend musiziert Regionalwettbewerb 2019

Sensationelles Niveau: 47 Teilnehmer und ebensoviele Preisträger

Jean M. Laffitau

Jean M. Laffitau

Jean M. Laffitau

Als am Wochenende 26. / 27. Januar der Regionalwettbewerb Jugend musiziert 2019 in der Musikschule der Landeshauptstadt Saarbrücken ausgetragen wurde, staunten die Jurymitglieder nicht schlecht: das Leistungsniveau war so hoch, dass die Jury an alle 47 Teilnehmer erste und zweite Preise (20 bis 25 Punkte) vergeben konnte. 

Die Teilnehmer ab Altersgruppe II (10 Jahre und älter), die 23 und mehr Punkte erreicht haben, wurden zum Landeswettbewerb weitergeleitet. Insgesamt geht der Wettbewerb für 28 Preisträger des Regionalwettbewerbs auf Landesebene weiter.

„Auch in diesem Jahr übersteigt die Teilnehmerzahl im Regionalwettbewerb Stadt und Regionalverband Saarbrücken bei weitem die Teilnehmerzahl in den beiden anderen saarländischen Regionen Ost-Saar und Saarlouis / Merzig“, berichtet Wettbewerbsleiterin Ivette Kiefer. Für sie ist dies „ein Anzeichen dafür, dass im Einzugsbereich Stadt und Regionalverband Saarbrücken eifrig musiziert wird, und die Musikschulen und Privatlehrer im Einzugsgebiet hervorragende, engagierte Arbeit leisten.“

Alle Teilnehmer, die 23 und mehr Punkte erreicht haben, stellten sich bei einem Preisträgerkonzert im Rathausfestsaal vor, wo der erste Regionalverbandsbeigeordnete Manfred Mauer den Nachwuchsmusikern gemeinsam mit Ivette Kiefer ihre Urkunden überreichte. Ivette Kiefer nutzte die Gelegenheit, dem Regionalverband und der Landeshauptstadt Saarbrücken für die jeweils hälftige Finanzierung des Regionalwettbewerbs Jugend musiziert zu danken. 

Auch in diesem Jahr war die Jury unter Vorsitz von Wettbewerbsleiterin Ivette Kiefer prominent besetzt. Die Mitglieder der Jury waren Jens Bastian (Projektleiter Jugend musiziert Rheinland-Pfalz), Bernhard Fromkorth (Präsident des Landesmusikrats und Leiter des Landeswettbewerbes Jugend musiziert), Thomas Kitzig (Leiter der Musikschule der Landeshauptstadt Saarbrücken), Wolfram Hertel, Thomas Thiel, Vivica Percy (Konzertmeisterin des SWR-Sinfonieorchesters) und Wolfgang Mertes (Konzertmeister des Orchesters des Saarländischen Staatstheaters).

Zu den Jugend musiziert-Preisträgern gehören folgende Schülerinnen und Schüler unserer Musikschule:  

Regionalwettbewerb Stadt und Regionalverband Saarbrücken

Ensemblewertung Alte Musik, AG III:

Ronja Leiser, Elina Dittrich, Paula Kopp, Clara Schulz: 20 Punkte, 2. Preis

Ronja Leiser, Julia Henke, Mathilde Kemmerer, Lenke Nagy: 23 Punkte, 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb

Wertung Harfen-Ensemble, AG III:

Mathilde Kemmerer, Harfe: 23 Punkte, 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb

Wertung Klavier-Kammermusik, AG IV:

Dayun Kim, Helene Schulz: 24 Punkte, 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb

Wertung Zupf-Ensemble AG VI:

Amelie Jenzer, Emilie Becker, Nils Kurzyca, Ines Allar, Hanna Grundt, Adrian-Leander Gütschow: 25 Punkte, 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb

Regionalwettbewerb Ost-Saar

Solowertung Violine, AG 1b:

Eva Kefalova: 24 Punkte, 1. Preis

Klavierbegleitung: Charline Breunig (AG II): 24 Punkte, 1. Preis

Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg!

 

Alles ist überall ein bisschen anders… Ein Bericht über die „Jugend musiziert“-Konferenz 2018 in Landshut

Von Ivette Kiefer

Ivette Kiefer - Albert Scheid

Ivette Kiefer - Albert Scheid

Ivette Kiefer - Albert Scheid

Etwa alle vier bis fünf Jahre gibt es für alle, die in die Organisation von Jugend musiziert auf den verschiedenen Wettbewerbsebenen involviert sind, die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Treffen und damit auch zum Austausch und zur Diskussion. Als langjährige Leiterin des Regionalwettbewerbes Stadt und Regionalverband Saarbrücken hatte ich im November 2018 in Landshut zum ersten Mal die Gelegenheit, dabei zu sein und kam mit vielen neuen Eindrücken und vor allem mit der im Titel bereits angedeuteten Einsicht zurück, dass Jugend musiziert gerade auf der Regionalebene sehr von den dort vorhandenen Bedingungen abhängig ist. Große Abweichungen gibt es in den Regionen hinsichtlich der Anzahl und des Leistungsniveaus der Teilnehmer sowie der personellen und finanziellen Ausstattung, der Professionalität der Organisation und der räumlichen Rahmenbedingungen.

Es ist aber auch Aufgabe der Konferenz, eine Standortbestimmung zu ermitteln und gemeinsam darüber nachzudenken, wie es bei Jugend musiziert weitergeht. Welche Probleme, welche Lösungsvorschläge, welche Ideen für die Weiterentwicklung von Jugend musiziert gibt es? Ist Jugend musiziert noch ein Wettbewerb, der in der Lage ist, die breite Basis der musizierenden Kinder und Jugendlichen anzusprechen oder doch ein Wettbewerb, der in seinem Anspruch nur die Spitzenbegabungen sucht? Gleich zu Beginn der Konferenz gab es dazu in einem World-Café Gelegenheit. An Tischen mit wechselnder Besetzung wurde über die „Marke“ Jugend musiziert, die persönliche Motivation zum Engagement für den Wettbewerb und über die Erwartungshaltungen bezüglich der Konferenz diskutiert und erste Ergebnisse dazu auf Papiertischdecken festgehalten.

Die anschließenden Workshops boten die Gelegenheit, in kleineren Gruppen über die Themen zu sprechen, die am meisten interessieren oder  für den eigenen Wettbewerb am dringlichsten erscheinen. So wurde etwa über das jetzige Wertungssystem, die Sinnhaftigkeit der 25-Punkte-Skala, die Aussagekraft und Praktikabilität der gedruckten Ausschreibung, Aufnahme neuer Kategorien, Ausweitung der Pop-Kategorien und die Möglichkeiten, aber auch die Schwierigkeiten, die mit Beratungsangeboten an die Teilnehmer zusammenhängen, kontrovers diskutiert.

Ich würde mir wünschen, dass die Teilnehmer noch viel mehr anderen Teilnehmern zuhören.
Ivette Kiefer

Die Teilnahme an der Konferenz hat mich teilweise in meinen persönlichen Überzeugungen, wie Jugend musiziert durchgeführt werden muss, bestärkt, in vielen Punkten war und bin ich aber einfach nach wie vor anderer Meinung. Mit dem jetzigen Punktesystem bin ich an vielen Stellen nicht zufrieden; ich stelle mir oft die Frage, wie differenziert Differenzierung eigentlich sein muss, um als solche wahrgenommen zu werden. Die 25-Punkte-Skala scheint mir dafür ungeeignet. Oben viel zu eng und insgesamt doch viel zu groß. Auch ist mir der Regionalwettbewerb zu wenig eigenständig. Wir spüren als Juroren oft, dass von manchen Teilnehmern der Regionalwettbewerb nur als Durchlaufstation zum Landeswettbewerb betrachtet wird. Ich würde mir wünschen, dass die Teilnehmer noch viel mehr anderen Teilnehmern zuhören, um letztlich auch ohne unsere Bewertung durch die Jury selbst zu erkennen: Hier stehe ich, das habe ich erreicht, die Teilnahme hat sich für mich gelohnt! Und für unseren Regionalwettbewerb wünsche ich mir, dass es uns bald gelingt, Beratungsgespräche für die Teilnehmer durchführen zu können. Dafür bedarf es einer durchdachten Konzeption und ausreichender personeller, zeitlicher und finanzieller Spielräume. Für das Jahr 2020 ist geplant, zumindest in der Solowertung Klavier als Pilotprojekt ein Beratungsgespräch anzubieten.

Die Musikschule ist Ausrichter des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ auf regionaler Ebene

Im Regionalwettbewerb, der im Hauptgebäude der Musikschule in der Nauwieser Straße stattfindet, werden die Teilnehmer des anschließenden Landeswettbewerbs ermittelt. Die ersten Landespreisträger werden zum Bundeswettbewerb eingeladen.

Seit 1963 wird der Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ an wechselnden Orten in Deutschland ausgetragen. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten, Träger ist die Projektgesellschaft des Deutschen Musikrates.

Neben Motivation und Anregung für den eigenen musikalischen Lebensweg vermittelt „Jugend musiziert“ nach der Wettbewerbsphase weitere Förderungen und Stipendien. Auch junge Menschen, die bereits im Berufsleben stehen, möchten wir zur Teilnahme ermutigen.