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1. Saarbrücker Blockflötentag

Für den „1. Saarbrücker Blockflötentag“ hatte das Blockflöten-Team der Musikschule der Landeshauptstadt Saarbrücken ein spannendes und vielfältiges Programm zusammengestellt. Rund 150 Teilnehmer und Besucher kamen und waren von den Konzerten, Workshops, Vorträgen und weiteren Angeboten begeistert.

Dr. Barbara Neumeier beim Eröffnungskonzert im Theater im Viertel (Foto: Christina Theis)

Dr. Barbara Neumeier beim Eröffnungskonzert im Theater im Viertel (Foto: Christina Theis)

Wenn man Menschen näher kennenlernt, erlebt man oft eine Überraschung: ein scheinbar ruhiges Kind entpuppt sich auf der Theaterbühne als temperamentvoller Schauspieler, der  zurückhaltend wirkende Nachbar bringt beim Straßenfest mit lustigen Anekdoten alle zum Lachen. Mit Musikinstrumenten ist es ganz ähnlich: man muss sie kennenlernen, um ihre vielfältigen Facetten und Potentiale zu entdecken, und auch hier sind Überraschungen vorprogrammiert.

Der „1. Saarbrücker Blockflötentag“, zu dem das Blockflötenteam der Musikschule der Landeshauptstadt Saarbrücken am 8. September eingeladen hatte, ist dafür das beste Beispiel. Denn hier konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei zahlreichen Dozenten-Konzerten und Workshops erleben, welch vielfältige Möglichkeiten die Blockflöte bietet.

Dass man auf ihr wunderschöne Musik der Renaissance und des Barock spielen kann, wussten die meisten ja schon. Aber die Blockflöte als grooviges Jazzinstrument in einer Band mit Schlagzeug, E-Gitarre und Kontrabass? Unglaublich, aber wahr, wie Blockflötenlehrerin Dr. Barbara Neumeier beim Eröffnungskonzert im Theater im Viertel (TiV) bewies. Ob mit der „normalen“ oder der elektronisch verstärkten Blockflöte, ob mit oder ohne Gitarreneffektgerät, in virtuos-furiosen Tempi oder soundbetonten melodischen Improvisationen –  Barbara Neumeiers Spiel riss selbst eingefleischte Jazzfans vom Hocker. „Cool“, meinte ein kleiner Junge, der zuerst gar nicht zuhören wollte, die Band „ARTett“ dann aber keine Sekunde aus den Augen ließ. Zu verdanken war dies nicht zuletzt auch den fesselnden Kompositionen aus der Feder von Gitarrenlehrer Frank Brückner, der selbst an der E-Gitarre zu hören war.

„Blockflöte goes Hollywood“ mit Dozentin Ingrid Paul  (Foto: A. Raetzer)

„Blockflöte goes Hollywood“ mit Dozentin Ingrid Paul (Foto: A. Raetzer)

Dass die Blockflöte auch im Genre Filmmusik eine gute Figur macht, erfuhren die Teilnehmer des Workshops „Blockflöte goes Hollywood“. Hier gab Dozentin Ingrid Paul zu CD-Begleitung gespielte Kostproben und machte kleinen und großen Blockflötisten im Alter von 6 bis Ü-60 Lust darauf, selbst in die Welt der Filmmusik einzutauchen und bekannte Melodien aus Harry Potter, Starwars, Fluch der Karibik oder Superman zu spielen. Wer sich traute, durfte es im Workshop gleich einmal versuchen.

Gut besucht waren auch die Schnupperkurse, in denen die Blockflötenlehrerinnen Esther Klein und Monika Anstett Kindern im Alter von 6 bis 8 Jahren bei ihren „Ersten Gehversuchen auf der Blockflöte“ halfen.  Dabei hatten alle viel Spaß, denn auf dem Programm stand ein „Raketen-Flug ins Flötenland“, wo die Kinder die Flötensprache und damit auch schon die ersten Töne und Noten kennenlernten.

Auch der Workshop „Renaissance-Consort“, ein Ensemble-Workshop für erwachsene Wiedereinsteiger, und „Hausgemacht!“, ein Ensembleangebot für verschiedenste Besetzungen, waren ein voller Erfolg und zeigten dem Blockflötenteam um Fachbereichsleiter Bernhard Stilz, dass sich die arbeitsintensive Vorbereitung des „1. Saarbrücker Blockflötentages“ gelohnt hatte.

1. Saarbrücker Blockflötentag (Foto: Christina Theis)

Blockflötenbauerin Meggi Heyl bei der Arbeit in der Mollenhauer-„Blockflöten-Klinik“ (Foto: Christina Theis)

Viel zu sehen gab es in der Blockflöten-Ausstellung mit Instrumenten der Firma Mollenhauer aus Fulda. Sie präsentierte im Tzvi-Avni-Saal eine große Auswahl von Blockflöten – vom Einsteiger-Instrument über Renaissance- und Barockinstrumente bis hin zur modernen Blockflöte, und bot an, die Instrumente selbst auszuprobieren.  

Vor Arbeit kaum retten konnte sich die Mollenhauer-„Blockflöten-Klinik“, in der von Besuchern abgegebene Instrumente vor Ort repariert wurden. Hier konnte man der Blockflötenbauerin Meggi Heyl bei der Arbeit zuschauen und ihren fachkundigen Rat einholen. Tipps für die richtige Blockflöten-Pflege gab es auch in zwei Vorträgen, bei denen unter anderem erklärt wurde, worauf beim Ölen der Instrumente zu achten ist.  

Einfach zuhören und genießen durften die Teilnehmer bei den Konzerten der Dozenten. Hierzu gehörten u.a. „Blockflötenmusik der Renaissance“ mit  Mitgliedern des Ensembles für historische Blasinstrumente „Heavenly Wood“ unter Leitung von Bernhard Stilz und „Eine Reise zu den europäischen Metropolen des Barock“ unter Leitung von Monika Anstett, begleitet von der Continuogruppe „Con Basso“. 

Als krönenden Abschluss präsentierten die Blockflötenlehrer/innen der Musikschule gemeinsam mit der Cembalistin Eri Takeguchi unter dem Motto „Concerto Finale: Serenata con Flauti“ ein buntes Programm mit Kammermusik für mehrere Blockflöten quer durch die Stile und Jahrhunderte.

Um nach so vielen Inspirationen auch gleich loslegen und zu Hause neue Stücke üben zu können, deckte sich so mancher Besucher am Noten-Stand des Musikhauses Knopp ein. Hier gab es Blockflötenliteratur für jedes Niveau und jeden Geschmack, fachkundige Beratung inklusive.

Für Musikschulleiter Thomas Kitzig stand am Ende eines erlebnisreichen Tages fest: „Diese Veranstaltung war ein Riesenerfolg!“ Sein Dank galt sowohl den Kooperationspartnern Firma Mollenhauer, Musikhaus Knopp und Theater im Viertel als auch den ehrenamtlichen Helfer/innen am Bewirtungsstand in der Caféteria. Ganz besonders bedankte sich Thomas Kitzig bei dem engagierten Blockflötenteam der Musikschule: Monika Anstett, Esther Klein, Ingrid Paul, Dr. Barbara Neumeier und Fachbereichsleiter Bernhard Stilz.