Klezmer-Orchesterprojekt mit Helmut Eisel

Aufführung im Landtag anlässlich des „Europäischen Tags der jüdischen Kultur“ am 13. September 2021

Erstmals gibt es an der Musikschule der Landeshauptstadt Saarbrücken ein Klezmer-Orchesterprojekt mit dem bekannten Klarinettisten Helmut Eisel.

Klezmer-Projekt mit Helmut Eisel - Alexandra Raetzer

Klezmer-Projekt mit Helmut Eisel - Alexandra Raetzer

Klezmer-Projekt mit Helmut Eisel - Alexandra Raetzer

25 Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Instrumentalklassen machen mit und studieren zwei von Helmut Eisel arrangierte Werke ein: „Eli Ata“, ein jüdisches Gebet, und „7:40 A.M.“, ein flottes Stück mit Improvisationspassagen.

Sämtliche Bläser, Streicher und weitere Instrumentalisten trafen sich am 8. September mit Helmut Eisel zur Hauptprobe im Rathausfestsaal. Am 13. September folgen die Generalprobe und der Auftritt des Klezmer-Orchesters, das den „Europäischen Tag der jüdischen Kultur“ im saarländischen Landtag musikalisch gestaltet.

Die Rhythmusgruppe des Orchesters wird von Michael Marx (Gitarre) und Stefan Engelmann (Bass), Helmut Eisels Trio-Partner in der Formation „Helmut Eisel & Jam“, unterstützt.

Die Veranstaltung wird am 13. September, 11 - 13 Uhr, live auf dem YouTube-Kanal des saarländischen Landtags übertragen:

https://www.landtag-saar.de/aktuelles/mitteilungen/europaischer-tag-der-judischen-kultur/

Die vom Holocaust betroffenen Menschen haben unsagbar Schreckliches erlebt. Mir ist es ein Anliegen, Musik für sie zu spielen. Helmut Eisel

Ehrengast bei der Veranstaltung im Landtag ist die Holocaust-Überlebende Eva Stocker, die in der anschließenden Podiumsdiskussion als Zeitzeugin vertreten sein wird. „Die vom Holocaust betroffenen Menschen haben unsagbar Schreckliches erlebt“, sagt Helmut Eisel. „Mir ist es ein Anliegen, Musik für sie zu spielen.“

Eine prägende Erfahrung, die Eisel auf diesen Gedanken brachte, war ein Auftritt, den er in der Internationalen Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem hatte. Im Publikum saßen Überlebende des durch die Nationalsozialisten begangenen Völkermordes. „Für mich war es schwer, vor diesen Menschen ein Konzert zu spielen“, erinnert sich Helmut Eisel, der sich als deutscher Musiker in dieser Situation mehr als beklommen fühlte. „Doch nach diesem Auftritt kam ein sehr alter Mann auf mich zu und bedankte sich bei mir. Die Tatsache, dass ein Deutscher nach Yad Vashem komme, um für Holocaust-Überlebende Musik zu machen, mache die Welt für ihn ein bisschen besser.

Die Klezmermusik hält Helmut Eisel für besonders geeignet, um „Menschen aus unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen und Kulturen zu erreichen“. In dem Klezmer-Orchesterprojekt an der Musikschule der Landeshauptstadt Saarbrücken möchte Eisel junge Instrumentalisten mit dem Klezmer vertraut machen. Eines seiner charakteristischen Elemente ist die Improvisation, die, so Eisel, im klassischen Instrumentalunterricht oftmals zu kurz komme.  

Der Europäische Tag der jüdischen Kultur

Der Europäische Tag der jüdischen Kultur ist ein Aktionstag, der seit 1999 jährlich am ersten September-Sonntag begangen wird. Er wird heute in fast 30 europäischen Ländern von jüdischen und nichtjüdischen Organisationen gemeinsam veranstaltet und soll dazu dienen, das europäische Judentum, seine Geschichte, Traditionen und Bräuche in Vergangenheit und Gegenwart besser kennenzulernen. Zu diesem Anlass werden unter einem jährlich wechselnden Leitthema auf lokaler und regionaler Ebene Führungen zu Stätten jüdischer Kultur, Konzerte, Ausstellungen, Vorträge usw. organisiert. (Quelle: Wikipedia)