Musikschule in Zeiten von Corona

Zur aktuellen Situation (Juli 2020) und weiteren Planung

Seit dem 11. Mai können Schülerinnen und Schüler wieder zum Einzelunterricht in die Musikschule kommen. Einen normalen Musikschulalltag mit Schülervorspielen, Wettbewerben und Konzerten gibt es wegen der Corona-Pandemie leider noch nicht.

Hauptgebäude der Musikschule - Jean M. Laffitau

Hauptgebäude der Musikschule - Jean M. Laffitau

Hauptgebäude der Musikschule - Jean M. Laffitau

Seit dem 11. Mai können Schülerinnen und Schüler wieder zum Einzelunterricht in die Musikschule kommen. „Die überwiegende Mehrheit macht von dieser Möglichkeit Gebrauch. Einige bevorzugen es, zunächst den Online-Unterricht fortzusetzen“, berichtet Musikschulleiter Thomas Kitzig. „Einen normalen Musikschulalltag mit allem, was dazugehört – Schülervorspielen, Wettbewerben und Konzerten – gibt es wegen der Corona-Pandemie zur Zeit leider noch nicht. Aber wir suchen und finden Wege, um möglichst viele Angebote der Musikschule mit den geltenden Vorsichtsmaßnahmen und Regeln unter einen Hut zu bringen.“

Für Bläser - hier Musiker der Stadtkapelle Saarbrücken - gilt ein Mindestabstand von 3 Metern. - Alexandra Raetzer

Für Bläser - hier Musiker der Stadtkapelle Saarbrücken - gilt ein Mindestabstand von 3 Metern. - Alexandra Raetzer

Für Bläser - hier Musiker der Stadtkapelle Saarbrücken - gilt ein Mindestabstand von 3 Metern. - Alexandra Raetzer

Sonderfall: Blasinstrumente und Gesang

Eine besondere Herausforderung stelle der Unterricht auf Blasinstrumenten und in Gesang dar. „Wegen der Gefahr einer Ansteckung über Aerosole ist der Unterricht in diesen Fächern nur in ausreichend großen Räumen möglich. Da die Anzahl solcher Räume in der Musikschule begrenzt ist, nutzen wir derzeit auch das Theater im Viertel und sind sehr froh, dass uns das TiV seinen Bühnenraum zur Verfügung gestellt hat“, so Thomas Kitzig.

Musikalische Früherziehung und Ensembles

Fortgesetzt werden konnten inzwischen auch die Kurse in Musikalischer Früherziehung sowie die Proben der Musikschul-Ensembles. Um dies möglich zu machen, wurden Konzepte entwickelt, um die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln zu gewährleisten. So werden die Teilnehmer der Musikalischen Früherziehungskurse in zwei Gruppen unterteilt, die von zwei Lehrkräften zeitlich parallel in der Cafeteria und im Tzvi-Avni-Saal unterrichtet werden. Größere Ensembles oder Ensembles mit mehreren Bläsern, für die besondere Vorsichtsmaßnahmen gelten, proben bis auf Weiteres in kleinen Besetzungen.

Der Unterricht wird nachgeholt

Während Instrumentalunterricht für Schüler, die während der vorübergehenden Schließung des Musikschulgebäudes keinen Fernunterricht nehmen konnten oder wollten, bis zu den Sommerferien nachgeholt wird, gestaltet sich die Situation im Bereich der Elementaren Musikpraxis in Kitas schwieriger.

Elementare Musikpraxis in Kitas

Denn auch, wenn der reguläre Kitabetrieb nun wieder aufgenommen wird, ist eine Mischung der Gruppen, wie sie in den EMP-Kursen üblich ist, derzeit nicht zulässig. In Kitas, in denen die Elementare Musikpraxis mit Lehrkräften der Musikschule im nächsten Schuljahr fortgesetzt werden sollte, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest, wann der Unterricht wieder beginnen kann. Angedacht ist, den Unterricht spätestens nach den Herbstferien wieder aufzunehmen.

Instrumentenzug - Jean M. Laffitau

Instrumentenzug - Jean M. Laffitau

Instrumentenzug - Jean M. Laffitau

Zusatzangebote für Kitas nach den Ferien

Für Kitas, in denen die Elementare Musikpraxis zu den Sommerferien endet, gibt es zum Ausgleich für entfallene Stunden zusätzliche Angebote. Dazu wird die Musikschule nach den Ferien speziell für die EMP-Kitakinder zu einem „Instrumentenzug“ einladen. Station macht der Zug unter anderem an den „Bahnhöfen“ Trommellautern (Schlag­instrumente), Blechbach (Blechbläser), Saitenhausen (Streich- und Zupfinstrumente) und Tastenburg (Tasteninstrumente), wo die Kinder unterschiedlichste Instrumente kennenlernen und zum Teil selbst ausprobieren können. "Den Eltern bieten wir an diesem Tag eine individuelle Beratung zum Thema Instrumentenwahl und Instrumentalunterricht an", so Thomas Kitzig. Außerdem können Termine für kostenlose Schnupperstunden vereinbart werden. 

Als weiteres Zusatzangebot werden Musikschullehrkräfte des Fachbereichs Elementare Musikpraxis ein „Kinderkonzert“ veranstalten, zu dem alle Kitakinder aus den EMP-Projekten zum Zuhören und Mitmachen eingeladen sind.

Aus jeder Krise kann man lernen

Wie jede schwierige Situation, die man gut meistert, birgt auch die Corona-Krise neben allen Einschränkungen auch Chancen. Insbesondere die positiven Erfahrungen mit dem Online-Unterricht als zeitweise Alternative zum Präsenz-Unterricht können auch in Zukunft bei Bedarf genutzt werden. „Ganz aktuell wird beispielsweise eine Geigenschülerin, die ein dreimonatiges Praktikum im Ausland plant, über Internet weiter Unterricht bei ihrer Lehrerin nehmen“, erzählt Thomas Kitzig.

Dank an die Lehrkräfte, Schüler und Eltern

Sein Dank gilt insbesondere den Lehrkräften der Musikschule, die in Corona-Zeiten ein hohes Maß an Engagement und Flexibilität unter Beweis stellen. So unterrichten etliche Lehrerinnen und Lehrer je nach Wunsch des einzelnen Schülers vor Ort in der Musikschule oder via Internet, was mit einer guten Planung und zusätzlichem Vorbereitungsaufwand verbunden ist. Den Schülern und Eltern dankt Musikschulleiter Thomas Kitzig für ihr Verständnis für gewisse Einschränkungen und die Einhaltung der Hygieneregeln, die im Musikschulgebäude gelten.

„Wenn die Corona-Pandemie vorbei ist, werden wir alle gemeinsam feiern und den ursprünglich für diesen Herbst geplanten Tag der offenen Tür mit Workshops, Konzerten und Mitmachangeboten für die ganze Familie nachholen!"
Musikschulleiter Thomas Kitzig

Bis dahin heißt es, das Beste aus der momentanen Situation zu machen, gut auf sich und andere aufzupassen, und sich die Freude am Musizieren nicht verderben zu lassen.

Bleibt gesund!